Ratgeber Brustkrebs
Informationen für Betroffene und Interessierte
Wissenswertes: Das Lymphödem
Das Wort „Ödem“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Schwellung. Ein Lymphödem ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Zwischenzellraum. Verursacht wird diese Flüssigkeitsansammlung dadurch, dass es nicht mehr in ausreichendem Maße möglich ist, dass die Flüssigkeit über die Lymphgefäße abtransportiert wird. Im Lymphgefäßsystem stauen sich bei einem Lymphödem Eiweißkörper, die wasserbindend wirken. Man unterscheidet zwei Formen von Lymphödemen, das primäre und das sekundäre Lymphödem. Das primäre Lymphödem hat seine Ursache in Entwicklungsstörungen oder Fehlbildungen, die zufällig oder erblich bedingt sein können. Im Gegensatz dazu liegt dem sekundären Lymphödem eine andere Erkrankung zugrunde. Im Falle von Brustkrebs kann es entweder durch eine Operation oder durch eine Strahlentherapie zu Lymphödemen bei der Patientin kommen. Diese befinden sich meistens am Arm und am oberen Rumpfviertel der Körperhälfte, die von dem Eingriff bzw. der Bestrahlung betroffen war. Durch die Unterbrechung der Lymphbahnen in den Achselhöhlen bei einer Operation kann es zu der Störung des Flüssigkeitsablaufes kommen. Auch die Strahlentherapie kann eine solche Störung verursachen. Ein Lymphödem kann nicht nur unmittelbar nach der Operation oder der Therapie mit Strahlen auftreten, sondern auch noch Jahre später.
Ist ein Lymphödem diagnostiziert worden, erfolgt eine Behandlung, die aus verschiedenen Elementen besteht. Zum einen werden Krankengymnastik und eine spezielle Massageform (Manuelle Lymphdrainage) ausgeführt und zum anderen wird durch Kompression und intensive Hautpflege behandelt. Für die Kompressionsbehandlung gibt es spezielle Bandagen und Kompressionsstrümpfe, die an die Anatomie der Patientin angepasst werden.
Da Brustkrebspatientinnen, die mit Operation oder Strahlentherapie behandelt wurden, das Risiko tragen, an einem Lymphödem zu erkranken, wird empfohlen, dass sie einige Dinge im alltäglichen Umgang mit der behandelten Körperseite beachten: So sollte z. B. beachtet werden, dass alles, was an der betreffenden Körperstelle einengen könnte, wie zu enge Kleidung, Schmuck oder Trägerriemen von Taschen, vermieden werden sollte. Auch sollte darauf geachtet werden, Verletzungen und Überbelastung des betreffenden Arms zu vermeiden. Spezielle Gymnastik kann u. U. zusätzlich das Risiko einer Erkrankung an einem Lymphödem reduzieren.
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